Luziferisch-ahrimanische Hilfe in der geistigen Welt

Inwiefern sind die beiden Widersachermächte uns eine Hilfe in der geistigen Welt?

Was ermöglichen sie uns?

Es gibt in der geistigen Welt nicht nur die guten göttlichen Wesen, sondern auch solche, die uns verführen wollen: dämonische Kräfte und Wesen. Ich möchte hier das „doppelte Teuflische“ erwähnen, in der Apokalypse Satanas und Diabolos genannt, in der Anthroposophie mit Ahriman und Luzifer bezeichnet. Rudolf Steiner betont immer wieder, dass wir sie zu Lebzeiten gut kennenlernen müssten, um durch sie nicht nachtodlich Schaden zu nehmen. Ohne die Gefahr, die dem Menschen von ihnen droht, schmälern zu wollen, kann man aber sagen, dass beide auch eine tiefe makrokosmische Rechtfertigung haben: nach dem Tod Luzifer und vor der Geburt Ahriman:

• Nachtodliches Wirken Luzifers

Luzifer will uns im Grunde in der Vereinigung mit der geistigen Welt halten, will uns das stolze Gefühl vermitteln, ein geistiges Wesen zu sein, das in Schönheit und Glorie aufgeht. Und so ist er nach dem Tod ein legitimer Führer in die geistige Welt.

• Vorgeburtliches Wirken Ahrimans

Ahriman ist entsprechend ein legitimer Führer aus dem Vorgeburtlichen in die Erdenwelt. Denn die Fähigkeit, sich abzuschnüren von der geistigen Welt, sich in einem physischen Leib zu isolieren, dicht und fest zu werden, Grenzen zu haben und darüber hinaus die Macht zu entwickeln, über andere und ihre Begrenzungen zu herrschen, ist eine ahrimanische Qualität. Sie kann sich in etwas Böses verwandeln, wenn wir ihr verfallen und nicht konstruktiv mit ihr umgehen, sondern davon abhängig werden. Es ist jedoch diese Macht, die uns vorgeburtlich auf die Inkarnation vorbereitet, die sie erst möglich macht.

Ahriman, der Krankheit und Tod ermöglicht und Luzifer, der uns in Irrtum, Schuld, Stolz, Zorn und Hass verstrickt, sind gewaltige Mächte, die den Menschen beirren können. Wenn wir sie aber vom Ich aus ergreifen und so erlösen, können sie uns zur Entwicklung edler Kräfte verhelfen:

Vgl. „Vorgeburtliche Disposition zu Angststörungen“, Vortrag auf der Schulärztetagung 2013