Embryonale Entwicklungsstadien und -gesten

In den ersten Tagen nach der Zeugung muss sich der Embryo, das sich inkarnierende Kind, das nur als kleiner Zellhaufen sichtbar ist, erst einmal selbst seinen Umkreis, die Plazenta und alle anderen embryonalen Hüllen schaffen. Das ist seine Hauptarbeit. Wenn das geschafft ist, fängt der kleine Mensch an sich zu regen und zu leben. Es empfiehlt sich sehr, möglichst naturnahe Bilder der embryonalen Entwicklungsstadien im Internet oder guten Embryologie-Büchern anzusehen.

Im Folgenden nur ein paar kurze Anmerkungen zu embryonalen Entwicklungsstadien:

  • In der ersten Woche kommt es zum sogenannten Morula-Stadium.

  • In der zweiten Woche bildet sich der Embryoblast in seiner allerersten Veranlagung als zweiblättrige Keimscheibe in dieser wunderschönen Ausformung, die dann bald dreiblättrig wird.

  • In der vierten Woche veranlagt sich bereits die Gesamtgestalt im Zentrum der embryonalen Hüllen.

  • Aus der dreiblättrigen Keimanlage von Ektoderm, Entoderm und dem sich dazwischen bildenden Mesoderm differenzieren sich in den nächsten Wochen alle Körperorgane.

  • In der achten Woche ist das Nervensystem bereits das differenzierteste Organsystem, über das wir als Menschen verfügen.

Entwicklungsgesten und Wesensglieder

Die Entwicklungsgesten hängen eng mit den Wesensgliedern, die sie vollziehen zusammen (vgl. Anthroposophische Medizin: Die Wesensglieder und ihre Diagnostik). Wir unterscheiden drei grundverschiedene Gesten:

1. Wachstum (Proliferation) unter der Regie des ÄL

Der Ätherleib ist der große Materialbeschaffer, der Wachstumsspezialist, der Zellen bildet und unter der Regie des AL ausgestaltet.

2. Differenzierung unter der Regie des AL

Es ist wichtig sich ins Gedächtnis zu rufen, dass Leben eben auch die Differenzierung von ein und demselben Grundmaterial bedeutet. Das vollbringt der Astralleib (AL). Er bringt Differenzierung in alles Leben (Ätherische), sodass es sich individuell und spezifisch ausprägen kann: Gehirn und Magen leben beide, aber sie tun es auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Der Astralleib ist seinem Wesen nach musikalisch, weil in der Musik alles vom Intervall, vom Dazwischen, von der Differenzierung in feine Nuancen lebt.

3. Integration unter der Regie der Ich-Organisation

Die Ich-Organisation ist die integrierende Instanz, sie schafft aus allem eine Ganzheit.

In der Embryonalentwicklung kann man am besten beobachten, wie diese unterschiedlichen Kompetenzen der Wesensglieder zum Tragen kommen, während sich die Organe bilden, differenzieren und ihren Platz im Ganzen finden.

Vgl. Vortrag „Der Lebenssinn In Diagnostik Und Therapie“, gehalten am 8. Januar 2016 an der Kunsttherapietagung