Gesundheit und Denken

Wie hängen Denken und Gesundheit zusammen?

Wie lernen wir unsere Gedankenkraft so einzusetzen, dass die leibliche und seelische Gesundheit dadurch gefördert wird?

Es ist eines der weitreichendsten Forschungsergebnisse Rudolf Steiners, die Identität der Lebens- und Denkgesetze (er nennt sie „ätherische Gesetze“ und die Summe der Lebenstätigkeiten und Regenerationskräfte „Ätherleib“ bzw. „ätherischer Organismus“) entdeckt und für die pädagogische und medizinische Praxis fruchtbar gemacht zu haben. Unser Gedankenleben, das wir als unser geistiges Innenleben erleben, ist tagsüber unser leibfreies, nicht mehr im Körper für das Wachstum gebrauchtes ätherisches Potential (vgl. Doppelnatur des Ätherischen: Wachstums- und Gedankenkraft). Es hat objektiven Charakter, weil uns die Weltgesetze zum Bewusstsein bringen: Die Gesetze der Welt hängen nicht von unseren Sympathien und Antipathien ab, sie sind in sich selbst begründet. Nachts im Schlaf verbinden sich diese bewussten Ätherkräfte unseres Gedankenlebens wieder mit den unbewussten im Leib tätigen Ätherkräften. Dadurch wird die Regeneration des Organismus, insbesondere die des Nervensystems möglich. Bei Tage sind demnach die gedankenbildenden Ätherkräfte leibfrei – nachts leibgebunden wirksam. In Zeiten besonderer gedanklicher Beanspruchung entziehen wir dem Körper zusätzliche Kräfte – wir vermindern dabei seine Vitalität – um sie in Gedankentätigkeit umzuwandeln. Deswegen sind wir anschließend meist auch körperlich erschöpft. Umgekehrt, wenn wir in Stresssituationen den Appetit verlieren, werden verstärkt Wachstumskräfte umgewandelt in Bewusstseinskräfte. Ist die Hochleistung vorüber, so dauert es eine Zeit, bis der Appetit wiederkehrt. Haben wir dann eine reiche Mahlzeit zu uns genommen, schwindet die Lust zu denken.

So gesehen ist es für die nächtliche Regeneration des Organismus nicht gleichgültig, was wir bei Tage denken. Wer sich in Gedanken nur mit festen Vorstellungen und materiellen zweckdienlichen Inhalten befasst, dessen Denken nimmt mehr und mehr die Form der unlebendigen Gegenstände seiner Betrachtung an. Ein solches Denken muss sich nachts störend auf die Regeneration des lebendigen Organismus auswirken, da es nicht lebendig ist und in ihm keine schöpferischen Kräfte mehr nachwirken (vgl. Anthroposophische Menschenkunde: Begabungen des Ätherleibes). Je wahrhaftiger das Denken sich konfiguriert, umso stimmiger ist es und folglich auch umso positiver einwirkend auf die Gesundheit des Körpers – denn dieser ist auch nur dann „in Ordnung“ wenn „alles stimmt“. Wahrhaftigkeit und Gesundheit sind sozusagen kongruent (vgl. Doppelnatur des Ätherischen: Das Geheimnis der körpereigenen Abwehr).

Rudolf Steiner wies als Erster im 20. Jahrhundert darauf hin, dass die Menschheit nach einigen Generationen mit neuen Krankheiten wird rechnen müssen, wenn das materialistische Denken weiterhin – wie es ja geschah – die Schulen und das ganze Erziehungswesen beherrscht. Denn die Regenerationsmöglichkeiten des Körpers wird nachlassen, was auch eine zunehmende Degeneration des Erbgutes zur Folge haben wird. Wir sind bereits mittendrin in diesem Prozess: Nicht nur den zunehmenden Umweltschädigungen ist es zuzuschreiben, dass Allergien, Stoffwechselstörungen, aber auch Depression und Schlaflosigkeit epidemisch zugenommen haben und weiterhin zunehmen, sondern auch der nachlassenden Regenerationsfähigkeit.

Hier müsste eine breit angelegte volkshygienische Aufklärung stattfinden, die jeden einzelnen dazu anhält, durch künstlerische und geistige Betätigung sein Denken und seine Sicht der Welt zu verändern (vgl. Gedankenkraft: Ätheraura der Erde kräftigen). Sonst wird sich diese Entwicklung noch fortsetzen. Dabei wäre eine solche Kehrtwende im Denken jedem Menschen möglich.

Vgl. Kapitel „Wie sind Leib, Seele und Geist in Gesundheit und Krankheit verbunden?“, Elternsprechstunde, Verlag Urachhaus, Stuttgart**