Gesundheit und Wille

Was können Erwachsene tun, um ihren Willen zu stärken bzw. um entschlussfreudiger zu werden?

Der Wille ist das dritte Glied unseres Seelenlebens. Wenn wir nun einen Entschluss fassen, erleben wir das als Kraftgewinn. Entschlusslosigkeit hingegen erleben wir als quälend (vgl. Wille(nsschulung): Motivation und Willenserziehung). Der Wille ist dabei wie gelähmt, er ist hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Möglichkeiten. So wie das Denken nur dann gesund ist, wenn es mit der Vielfalt an Möglichkeiten frei spielen und arbeiten kann, das Fühlen nur dann, wenn es in der Liebefähigkeit seinen Ausgleich findet, so ist der Wille nur gesund, wenn er sich konzentriert und in ungeteilter Aufmerksamkeit einer Sache zuwenden kann (vgl. Wille(nsschulung): Sieben Wege zur Effektivität). Menschen, die bei sich eine Willensschwäche bemerken oder zu Entschlusslosigkeit neigen, können durch regelmäßiges Üben viel erreichen (vgl. Lebensrhythmen: Innere Pflege von Wochen-, Monats- und Jahresrhythmus).

Allerdings gehört bereits eine gewisse Willensanstrengung dazu, sich zu entsprechenden Übungen zu entschließen. Wer kleine, selbstgewählte Aufgaben (wie das Öffnen und Schließen einer Tür oder das Gießen einer bestimmten Blume, jeden Tag zur selben Zeit; das Aufstehen zu einem vorgesetzten Zeitpunkt etc.) regelmäßig jeden Tag als Willensübung durchführt, wird merken, wie seine Fähigkeit, vom eigenen Willen Gebrauch zu machen, wächst. Eine ausgezeichnete Unterstützung solcher Willensübungen ist die Eurythmie. Wer Gelegenheit hat, einmal wöchentlich an einem Laienkurs teilzunehmen, sollte dies nicht versäumen. Sehr bewährt hat sich auch das Durchführen täglicher Übungen, die ein erfahrener Eurythmist oder auch ein Heileurythmist zeigen kann (vgl. Heileurythmie: Heileurythmie als Körpermeditation ).

Denn der Wille kann nur durch Tätigkeit erzogen werden.

Vgl. Kapitel „Wie sind Leib, Seele und Geist in Gesundheit und Krankheit verbunden?“, Elternsprechstunde, Verlag Urachhaus, Stuttgart**