Veranlagung und Struktur der Wesensglieder

Unsere Wesensglieder (vgl. Anthroposophische Medizin: Die Wesensglieder und ihre Diagnostik) werden schon im Vorgeburtlichen veranlagt, inkarnieren sich nach und nach, um das Physische gestalten zu helfen und lösen sich nach Vollendung ihrer Aufgabe wieder nach und nach aus dem Körper heraus, um dem Menschen jetzt als leibfreie Kompetenz zur Verfügung zu stehen (vgl. Wesensglieder: Die Metamorphose der Wesensglieder in leibfreies Denken, Fühlen Und Wollen).

• Ich-Organisation

Die Ich-Organisation wird schon in der Zeit nach der Weltenmitternacht konzipiert im Zusammenhang mit der Entscheidung über das Wann und Wo der nächsten Inkarnation und darüber, ob man Mann oder Frau wird. Alles andere ist noch sehr vage und unbestimmt, die Einzelheiten müssen erst sortiert, gewichtet und ausgearbeitet werden.

Die Ich-Organisation ist das einzigartige Gefäß für das sich inkarnierende Ich auf seiner Erdenreise zwischen Geburt und Tod. In jeder Inkarnation haben wir eine neue Ich-Organisation mit einer bestimmten Konstitution, ein neues Gefäß für das wahre ICH BIN, das sich niemals inkarniert: Es verbleibt in der geistigen Welt unter den Schwingen der Engel, in Verbindung mit den Hierarchien, mit dem Christus. Es ist unser wahres Menschenwesen und kann nur wie hereingezogen werden und durch uns hindurchtönen, wenn wir es wollen und unsere Seelen darauf vorbereiten, wenn wir uns so transformieren, dass es Zutritt zu uns bekommt. Die Ich-Organisation fungiert dann als Brückenbauer und Schwelle zwischen dem Höheren Selbst, dem wahren ICH BIN, und dem physischen Körper. Und Wärme ist die Brücke zwischen den Welten.

Die Ich-Organisation ist der am wenigsten komplizierte Organismus. Sie ist wie ein Baby, ist purer Wille, reine Energie – und sie ist etwas ganz Anfängliches: Denn niemand von uns hat das Ziel der menschlichen Reise bereits erreicht und ist schon auf Erden zu einem wirklichen Menschen, einem wahren, vollkommenen Ich, geworden.

• Astralleib

Unser Astralleib ist ein Sternenleib. Er ist so weit wie die Sternenwelt. Deswegen können wir mit allem mitfühlen, was es gibt, egal, wie weit es weg ist. Der Astralleib kennt keinen Raum, er kennt keine Zeit, er ist ewig. Er ist reine Gegenwärtigkeit, ermöglicht Geistesgegenwart, wenn das Ich in der Seele lebt. Ich und Astralisches gehen eine enge Verbindung ein.

Der Astralleib ist der Träger unseres Schicksals. Entsprechend enthält er all die Lebenserfahrungen, die für unser Schicksal wichtig waren, und ebenso weiß er um all unsere karmischen Verbindungen.

• Ätherleib

Der Ätherleib hat eine sehr komplizierte Struktur. Er ist der Architekt unserer physischen Konstitution und gleichzeitig ist das Physische Träger des Ätherischen: Wir kommen mit einer bestimmten Ätheraura auf die Erde, in einem bestimmten Erbstrom, mit einer bestimmten Hautfarbe, in ein bestimmtes Volk mit einer bestimmten Sprache – Faktoren, die enorme Auswirkungen auf die Gehirn- und Sinnesentwicklung haben. Physisches und Ätherisches sind eng miteinander verbunden.

• Physischer Leib

Der physische Leib selbst, der sich aus einem Geistkeim bildet, ist der komplexeste und komplizierteste Teil unseres menschlichen Wesens, denn er umfasst die gesamte Evolution aller Reiche: Mineral-, Pflanzen, Tier- und Menschenreich. Er ist der Träger aller Wesensglieder. Andererseits bedarf es der Mitarbeit und Kompetenz aller Wesensglieder, den viergliedrigen Menschen zu gestalten. Je differenzierter und feiner der Geistkeim des Physischen nun ist, umso empfänglicher ist das Physische für den Einfluss der höheren Wesensglieder. Es ist demnach von großer Bedeutung, wie dieser Geistkeim gebildet wird.

Die physische Konstitution ist nicht nur ein Abbild Gottes, sondern Gott ging damit auch das Risiko ein, dass dieses sein Abbild dem sich entwickelnden Ich als Instrument dient, während er seine Macht darüber abgegeben hat. Gott erschuf also seinen eigenen Tempel und gab ihn wieder frei: Es liegt an uns, ob ein göttliches Wesen in diesem Tempel tätig wird oder der Teufel – oder beide. Der physische Leib stellt so gesehen einerseits die Krone der Schöpfung, andererseits das größte Risiko dar: Denn er ist zwar der Tempel der Höheren Wesen – Gott betritt diesen Tempel aber nur, wenn wir ihn dazu einladen.

Vgl. Vortrag an der Tagung „International Conference Biographywork", England 2013