Mann und Frau – Unterschiede im körperlichen Bereich

In körperlicher Hinsicht sind Mann und Frau elementar verschieden. In seelisch-geistiger Hinsicht gibt es ebenfalls signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So besitzt das Denken des Mannes eine deutlich andere Arbeitsdynamik und einen anderen Duktus als dasjenige der Frau.

Eine Frau kann sich durch Übung manches von der typisch männlichen Denkart aneignen, so wie es umgekehrt auch für den Mann möglich ist, die weibliche Denkart bis zu einem gewissen Grad zu erlernen. Dennoch gibt es typische Unterschiede zwischen dem männlichen und dem weiblichen Seelenleben (vgl. Partnerschaft und Ehe: Männliches und weibliches Fühlen und Wollen ), weil die seelische Entwicklung eng mit der körperlichen Konstitution zusammenhängt und dort die Verschiedenheit evident ist.

FRAU MANN
Muskulatur weniger mehr
Fettansatz mehr weniger
Körpergröße weniger mehr
Verknöcherung des Kehlkopfes keine liegt vor
Körpergewicht weniger mehr
Geschlechtsorgane auf Empfangen und Reifen-Lassen hin orientiert auf Geben und Entwicklung-Anstoßen hin orientiert
Brust auf Geben hin orientiert, wandel- und verletzbar auf Zurückhalten hin orientiert, stabil

Entwicklungsphysiologische Besonderheiten

Bis zur siebten Woche der Embryonalentwicklung sind der weibliche und der männliche Körper äußerlich völlig gleich gebildet, beide sind männlich-weiblich veranlagt. Erst in der sechsten bis achten Woche „obliteriert“ die jeweils entgegengesetzte Geschlechtsanlage, d.h. sie bildet sich zurück: Jetzt kommen die Geschlechtschromosomen im männlichen und weiblichen Organismus so zur Wirksamkeit, dass das jeweils andere Geschlecht sich wieder zurückbilden muss und nur kleine Rudimente vom anderen Geschlecht im eigenen Organismus zurückbleiben. Diese Rudimente (Reste) der Organanlagen des anderen Geschlechts erinnern zeitlebens daran, dass der Mensch eigentlich androgyn bzw. männlich-weiblich veranlagt ist. Die potentielle Möglichkeit, das andere Geschlecht zu entwickeln, bleibt sogar so effizient erhalten, dass sie zeitlebens z.B. durch Hormongaben aktiviert werden kann. Wird eine Frau bei bestimmten Formen der Krebserkrankung mit männlichen Sexualhormonen behandelt, entwickelt sie eine tiefere Stimme und der Kehlkopf kann verknöchern, wenn die Dosierung nicht niedrig genug gehalten wird. Sie kann dann auch normalen Bartwuchs entwickeln, wohingegen die Brustentwicklung zurückgeht – die männlichen sekundären Geschlechtsmerkmale dominieren mehr und mehr. Dasselbe ist auch bei einem Mann zu beobachten, wenn er eine Östrogentherapie erhält. Er feminisiert, d.h. das Muskelgewebe nimmt zugunsten eines typisch weiblichen Fettansatzes ab.

Interessant ist nun, dass zu der Zeit in der Embryonalentwicklung (7. Woche), in der das jeweils andere Geschlecht sich zurückbildet, gleichzeitig die Großhirnbläschen aussprossen, die die Grundlage für das spätere Denkorgan bilden. Die Großhirnentwicklung vollzieht sich also parallel zur Rückbildung des entgegengesetzten Geschlechtes! Das Gehirn weist schon bald nach der Geburt kaum weitere zelluläre Neubildung auf. Die Nervenzellen können nicht nachwachsen und sind noch dazu sehr empfindlich gegenüber Sauerstoffmangel. Sie können leicht absterben oder degenerieren – ganz im Gegensatz zu den Fortpflanzungsorganen, die ständig neue Zellen bilden und diese zur Reife bringen; hier findet eine intensive zelluläre Aktivität statt. Betrachtet man diesen Tatbestand nun im Zusammenhang mit der Metamorphose der Wachstumskräfte in Gedankenkräfte (vgl. Wesensglieder: Die Metamorphose der Wesensglieder in leibfreies Denken, Fühlen Und Wollen), muss man sich fragen, was mit den zurückgestauten Fortpflanzungskräften des jeweils anderen Geschlechtes geschieht, die physisch nicht zur Ausreifung der Organe verwendet werden.

Die Arbeitshypothese, dass die volle Lebenstätigkeit des jeweils anderen Geschlechts, das im eigenen männlichen bzw. weiblichen Körper nicht zur Ausprägung kommt, als leibfrei aktive Gedankenkompetenz zur Verfügung steht, macht durchaus Sinn: Beobachtet man daraufhin das eigene Denken und das des Partners oder Freundes anderen Geschlechts, so entdeckt man, wie der andere funktionell dieselbe Dynamik in seinem Denken hat, die man selber körperlich auf sexueller Ebene auslebt.

Wie sonst wäre es verständlich, dass Frauen so viel lieber Shoppingtouren machen als Männer, sich durch die Sinne anregen lassen, was sie kaufen wollen, ungerne Einkaufszettel schreiben und die Spontaneität weit mehr lieben als der Mann?

Oder warum alle großen Philosophien von Männern entwickelt wurden?

Nur dank ihrer im Denken wirksamen weiblich-genitalen Funktionsdynamik sind Letztere in der Lage, ein System in Ruhe reifen zu lassen und gedanklich mehr nach innen orientiert zu sein. Das Interessante an einer solchen Betrachtung ist, dass alles, was einen oft als „typisch anderes“ am anderen stört, der Funktionsdynamik des eigenen Geschlechts entspricht – in Form von gedanklicher Tätigkeit (vgl. Partnerschaft und Ehe: Männliches und weibliches Denken)

Vgl. „Macht in der zwischenmenschlichen Beziehung“, 6. Kapitel, Verlag Johannes M. Mayer, Stuttgart – Berlin 1997**