Spielarten der Liebe in der Partnerschaft

Wir können uns als Liebende in allen Schichten unseres Wesens erlebend bewegen, im Physischen, im Ätherischen, im Seelischen und im Ich. Entsprechend gibt es unterschiedliche Spielarten der Liebe.

• Sexuelle und erotische Liebe

Die an den physischen Leib gebunden Liebe, die Sexualität, und die an die Lebensorganisation, den Ätherleib, gebundene Erotik, sind eng gekoppelt an die jeweiligen Bedürfnisse der Partner. Sie sind naturgemäß geprägt von einer starken Selbstbezogenheit.

• Seelisch geprägte Liebe

Die seelisch geprägte Liebe, die im Seelischen, im Astralleib, wurzelt, wird im Griechischen Philia genannt. Bei dieser Liebe ist ebenfalls ein starker Selbstbezug vorherrschend: Beide Partner leben seelisch stark voneinander und füreinander. Ihr Schenken ist jedoch stets auch mit der Erwartung zu empfangen verbunden. Wird diese Erwartung enttäuscht oder glaubt man sich vom anderen nicht mehr so innig und ausschließlich geliebt, so kann diese Liebe in Hass oder Eifersucht umschlagen. Sie lebt vom ständigen Geben und Nehmen, mal gibt mehr der eine, mal mehr der andere. Es ist die Liebe, die Freundschaften bestimmt, die ihr Auf und Ab haben, durch Krisen gehen, die zerbrechen können, aber auch einmalig und wunderschön sind und einen ganz elementaren Bestandteil unseres Menschenlebens darstellen.

• Ich-hafte Liebe

Wenn man nicht mehr danach fragt, was man selbst vom anderen braucht, sondern wenn man sich bemüht aus Interesse für das Ich des anderen herauszufinden, was der andere von einem braucht, tritt man in einen Bereich der Liebe ein, den man „christliche Liebe“ nennt, weil sie schenkend ist.

Im 1. Korintherbrief1 des Paulus, dem Hohelied der Liebe, werden die Eigenschaften der Liebe beschrieben:

„Sie ist langmütig und freundlich, sie kennt keinen Neid, keine Prahlerei, ist immer wahr und echt, verletzt nicht, treibt die Selbstsucht aus, trägt Böses nicht nach, sie erträgt alles, hofft auf alles, ist unsäglich geduldig und vertrauensvoll.“

Wir sehen, hier werden Qualitäten des Ich beschrieben. Da das Ich aber auch in Seele und Leib tätig ist, haben wir natürlich auch hier mit den mit Leib und Seele zusammenhängenden Formen von Liebesäußerungen zu tun. Die Erfahrungen der Liebe sind umso beseligender, je mehr sie im Ich empfangen und von ihm gegeben werden und damit in der Freiheit der beiden Persönlichkeiten begründet sind.

Vgl. Vortrag, „Die männliche und weibliche Konstitution“, 1987

  1. Neues Testament, 1. Korinther 13, 4-7