Willensverwandte, gefühlsverwandte und vorstellungsverwandte Sinne

Welche Bezeichnungen finden wir bei Rudolf Steiner noch zur Unterscheidung der dreimal vier Sinne (vgl. Sinne(spflege): Leiblich, seelisch und geistig orientierte Sinne)?

Wie kann man sie in aller Kürze charakterisieren?

1. Willensverwandte Sinne

Tastsinn, Lebenssinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn (vgl. Sinne(spflege): Körperorientierte Sinne): Steiner nennt sie willensverwandt. Inkarnations-Störungen sind primäre Störungen dieser vier leiborientierten, unteren Sinne. Diese eher unbewussten Sinne bezeichnet Steiner zudem als ausgesprochen innere Sinne.

2. Gefühlsverwandte Sinne

Die Gruppe der mittleren Sinne bilden Geruchssinn, Geschmackssinn, Sehsinn, Wärmesinn (vgl. Sinne(spflege): Seelenorientierte Sinne), die Rudolf Steiner gefühlsverwandt nennt, bzw. bezeichnet er sich auch als äußerlich-innerlich:

  • Alles, was ich schmecke, wird zu einem Teil von mir,
  • andererseits schmecke ich eine Substanz, wie das Salz, das ich als etwas Objektives zu mir nehme.

Das betrifft auch unser Sehen, Riechen und Wärmeempfinden. Diese „mystischen Sinne“ ermöglichen ein Mystisches Eins-Sein mit der Welt. Alle mystischen Erlebnisse haben da ihren Urgrund.

3. Vorstellungsverwandte Sinne

Die Gruppe der oberen Sinne, Gehörsinn, Wortsinn, Gedankensinn, Ich-Sinn (vgl. Sinne(spflege): Erkenntnisorientierte Sinne) nennt Steiner vorstellungsverwandt und bezeichnet sie zugleich als ausgesprochen äußere Sinne. Wir nehmen damit etwas wahr, was ganz außerhalb von uns ist: ein anderes Ich-Wesen, eine andere Art zu denken, eine andere Sprache, fremde Melodien, uns von außen Zukommendes.

Vgl. Vortrag „Der Lebenssinn in Diagnostik und Therapie“, gehalten am 8. Januar 2016 an der Kunsttherapietagung