Fragen zum Thema Krankheit und Wesensglieder

Können uns Ereignisse, an die wir uns nicht bewusst erinnern, die nur in unserem Unbewussten abgespeichert sind, krank machen?

Im Unbewussten gespeicherte Dinge, die der Mensch nicht zu erinnern vermag, machen ihn in diesem Erdenleben nicht unbedingt krank. Wir alle wissen aber, dass das, was wir denken, unsere Gefühle beeinflusst und das wiederum wirkt sich auf unseren ätherischen Organismus, auf unsere Lebenskraft, aus (vgl. Wesensglieder: Wechselwirkungen der Wesensglieder aufeinander ). Die guten Gefühle stärken unser Immunsystem, die negativen dagegen untergraben es. Davon hängt ab, wie der Ätherleib sich fühlt und ob der physische Leib krank oder gesund wird. Eins wirkt aufs andere, auch über mehrere Leben hinweg (vgl. Wesensglieder: Wirken der Wesensglieder in aufeinanderfolgenden Erdenleben).

Dieser Zusammenhang lässt sich noch über meditative Betrachtungen der einzelnen Wesensglieder verdeutlichen:

• Meditative Betrachtung der Ich-Sphäre

Wann immer ich über meine wache Ich-Sphäre meditiere und von meinen Gefühlen absehe, kann ich mich als ganz freies Wesen in der Gegenwart fühlen, bin ich frei. Das Ich ist unschuldig, offen und in dem Augenblick wie neu erschaffen. Es ist göttlicher Natur und hat den Sündenfall nicht mitgemacht hat.

• Meditative Betrachtung des Astralleibes

Wenn man den Astralleib auf Stimmungen und Gefühle hin untersucht, findet man Empfindungen, die aus diesem Leben herrühren, die man sich erklären kann. Man findet aber auch Stimmungen, die einem unerklärlich sind, angesichts derer sich einem nicht erschließt, warum manches so beschwerlich erscheint. Das ist oft der empfundene Nachklang der Dynamik des letzten Erdenlebens .

• Meditative Betrachtung des Ätherleibes

Im Ätherleib findet man den Nachklang der Emotionen vom letzten Leben, seien sie destruktiv, seien sie konstruktiv gewesen – sie bilden die ureigene Gesundheitsdispositionen (vgl. Wesensglieder: Wesensglieder und Krankheit).

• Meditative Betrachtung des physischen Leibes

Der physische Leib, der Körper, reflektiert, wie man im letzten Leben zurechtgekommen ist, wie das Leben verlaufen ist. Denn es dauert bis zu drei Leben, bis sich die Auswirkungen eines Problems im Körper niederschlagen: Ein aktuelles seelisches Problem, macht mich nicht unmittelbar krank. Aber ein seelisches Problem, das auf ein Problem aus einem früheren Leben zurückgeht und sich schon im Ätherleib und in Anfängen im physischen Leib eingegraben hat, lässt den Menschen krank werden. Daher kann es sein, dass ein Kind Grausames erlebt und trotzdem gesund daraus hervorgeht, während ein anderes dadurch fürs Leben gezeichnet ist.

Ohne den Gedanken der Reinkarnation kann man den Leib-Seele-Zusammenhang und die vielen individuellen Konstitutionsunterschiede nicht begreifen. Rudolf Steiner definiert mit folgenden Worten den esoterischen Begriff des Krankseins: Krankheit gleicht Schicksal aus, ist selbst als Heilungsprozess im Schicksal anzusehen (vgl. Krankheit: Krankheit als Erkenntnisweg der Natur). Und der Arzt hilft dem Herrn des Schicksals bei seiner Arbeit.

Sich durch Üben Krankheiten ersparen

Kann man sich durch Üben Krankheiten ersparen?

Die beste Medizin ist die Präventivmedizin. Für Kinderärzte wie mich besteht der Königsweg in dem Appell an die Erzieher und Lehrer: Bemüht euch um Erziehung und Selbsterziehung (vgl. Selbsterkenntnis und Selbsterziehung: Notwendigkeit von Selbsterkenntnis). Dadurch verhelft ihr euch selbst und den Kindern zu Gesundheit! Rudolf Steiner sagt, dass nur ein Bruchteil der heute auftretenden Krankheiten nötig wäre, um einen Schicksalsausgleich herbeizuführen. Meiner Erfahrung nach bräuchte man 70% der Krankheiten nicht zu haben, wenn man sich auf den Selbstentwicklungsweg begäbe (vgl. Selbsterkenntnis und Selbsterziehung: Der individuelle Schulungsweg).

In Zukunft, wenn man das generell besser verstanden haben wird, werden die Ärzte Lehrer der Gesundheit sein. Und die Lehrer werden die eigentlichen „leisen“ Ärzte sein (vgl. Waldorfpädagogik: Salutogenetische Waldorfpädagogik). Sie heilen auf leisen Sohlen und helfen den Kindern von Tag zu Tag sich gesund zu entwickeln, indem sie sie keinen pathologischen Einflüssen aussetzen, bzw. ihnen helfen, damit fertig zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass Mediziner, Sozialarbeiter und Pädagogen noch enger zusammenarbeiten als bisher.

Vgl. „Meditativer Zugang zur Wärme“, Vortrag an der französischen Ärztetagung am Goetheanum, 13.03.2008