Wesensglieder und Krankheit

Sobald man über Krankheit und Karma spricht, kommt der Schuldgedanke auf. Er trägt jedoch meist nicht zum Verständnis dieser Zusammenhänge bei. Rudolf Steiner sagt, dass Schuld nur eine Aufgabe habe: das Gute, das wir hätten tun sollen – anstelle dessen, was wir getan haben – schnellstmöglich zu erfassen. D.h., das Bewusstsein von Schuld soll uns lediglich aufwecken. Wenn wir uns darüber hinaus immer weiter schuldig fühlen, machen wir uns und andere krank und haben gar keine Kraft uns zu ändern. Deshalb müssen wir unsere Schuld buchstäblich vergessen, sobald wir die Lösung gefunden haben, sonst verwandelt sie sich zu einer chronischen Erkrankung. Unser Ich sollte sich jederzeit frisch und unbefangen, bereit, etwas Neues zu lernen, ins Leben stellen.

Während der Nacht ernähren wir unseren physischen Körper mit all den Schwingungen, die wir tags zuvor über unser Denken, Fühlen und Wollen aufgebaut haben. Deshalb tragen eine kleine Rückschau, ein Gebet und stille Momente am Abend dazu bei, den Ätherleib auf die nächtliche Regeneration einzustimmen. Das ist der medizinische Aspekt in Bezug auf die Sinnhaftigkeit dieser Rituale. Es fehlt uns etwas, wenn wir sie nicht befolgen.

Mitgestalter am Leib des Kindes

Dennoch gibt es viele Menschen, die gesund sind, obwohl sie Probleme haben und verursachen und völlig materialistisch ausgerichtet sind. Das liegt daran, dass mindestens vier Inkarnationen nötig sind, bis sich Probleme im Physischen manifestieren. Die Toleranz und Geduld Gottes ist sehr groß…

Was man in einem Leben gelernt und mit dem Ich verdaut hat, nimmt man als stärkende Kraft über die Schwelle mit, die sich in der nächsten Inkarnation auf den Astralleib auswirkt. Wenn man dagegen Groll und andere aufgestauten Probleme mit über die Schwelle des Todes nimmt, bringt man sie in einer nächsten Inkarnation als Vorbelastung für den Astralleib wieder mit.

  1. Was im ersten Leben in der Ich-Organisation lebt,
  2. tragen wir im zweiten Leben im Astralleib. Wie wir damit umgehen,
  3. prägt sich im dritten Leben unserem Ätherleib ein und wird dort zur einer funktionellen Krankheitsdisposition. Auch dann könnte über gute Erziehung oder Selbsterziehung noch heilend darauf eingewirkt werden. Geschieht das nicht,
  4. wird das Ganze im vierten Leben zu einer angeborenen physischen Erkrankung.

Krankheit ist also das Ergebnis, wenn man während der drei vorangegangenen Inkarnationen die freie Möglichkeit sich zu ändern nicht ergriffen hat. Deshalb ist es viel zu kurz gegriffen, wenn man den Ursprung für Erkrankungen im aktuellen Leben sucht. Dieser Ansatz ist nicht komplett falsch, er kann helfen Menschen aufzuwecken, aber wenn man wirklich verstehen will, warum eine Person mit diesem und jenem zu ringen hat, muss man eine karmische Diagnose erstellen.

Das kann jeder selbst tun, indem er überprüft, wie er den Zustand seines Ätherleibes und seines Astralleibes erlebt. Daraus ergibt sich ein Nachklang der letzten Inkarnationen, die dem Zustand unserer Wesensglieder eingeschrieben sind, der Art wie sie arbeiten, wie wir das Leben erfahren, wie wir Dinge erleben, worin wir uns von anderen unterscheiden. Je mehr wir an uns selbst beobachten, umso empfindsamer werden wir dafür.

Vgl. Vortrag an der Tagung „International Conference Biographywork", England 2013