Der Jahresrhythmus

Was ist die Bedeutung des Jahresrhythmus?

Es dauert ein Jahr, bis das Kind gehen kann und ein weiteres Jahr, bis es zu sprechen beginnt. Dann dauert es wiederum ein Jahr, bis die selbständige Gedankentätigkeit einsetzt. Der physische Leib (vgl. Anthroposophische Menschenkunde: Begabungen des physischen Leibes) entwickelt sich in Jahresrhythmen weiter und wird durch die jahreszeitlichen Klimaveränderungen und Lichtverhältnisse stimuliert in seiner Entwicklung. Entsprechend haben auch Kinderkrankheiten ihre typischen Jahresmaxima und -minima. Man kann auch eine jahresrhythmische Langzeitanpassung beobachten: Ist man länger als ein Jahr an einem Ort, erlebt man also eine Jahreszeit zum zweiten Mal am gleichen Ort, fühlt man sich dort „zu Hause”. Lebt man länger als sieben Jahre da, beginnt man ein Heimatgefühl zu entwickeln. Es ist eine gute Tradition, historische Ereignisse in Form von Gedenktagen zu feiern, ebenso wie Geburtstage und die sogenannten Jahresfeste.

Mit diesen Hinweisen wollen wir Eltern Mut machen zu einer Familienkultur, die Rhythmen wieder mehr berücksichtigt. Die Gesundheit ihrer Kinder sowie eine bessere Anpassungsfähigkeit bei Belastungen ist der Dank für diese Mühe.1

Vgl. „Die Würde des kleinen Kindes“, Ergänzungen, Kongressband Nr. 2, gelbes Heft**

  1. Vgl. auch die ausführliche Darstellung in M. Glöckler, (Hrsg.), Gesundheit und Schule. Dornach I998.