Wer will, findet Wege

Wie erkenne ich, ob jemand willens ist, mein Anliegen zu unterstützen?

Wie kann ich mich aus Ablenkungsmanövern befreien?

Woran erkenne ich den Willen zu handeln?

Willenswiderstände erkennen

Wenn man ein bestimmtes Anliegen hat und jemanden um Unterstützung bittet, gibt es vielfach Menschen, mit denen man endlos darüber reden kann und es führt am Ende zu nichts. Der andere findet sogar zahlreiche Gründe, warum das, was man will, nicht gut ist und blockiert das Ganze auf diese Weise. Denn er hat genau verstanden, was man will. Er benutzt jetzt seine ganze Intelligenz, uns daran zu hindern es umzusetzen.

Hier gilt es zu verstehen, dass, wenn ein anderer das eigene Anliegen nicht unterstützen will, ja, es sogar verhindern will, er immer Gründe, die dagegensprechen, finden wird. Wenn er intelligent ist, findet er sogar sehr intelligente Gründe, warum das Ganze Unsinn ist, warum es nicht der richtige Zeitpunkt ist, zu viel Geld kostet, nicht passt nicht, gefährlich ist usw. Er findet Gründe über Gründe, warum es nicht geht. Das heißt, wenn ein anderer nicht will, muss es nicht unbedingt emotional zugehen, sondern es kann sich auch in Form von endlosen, intelligenten Gesprächen äußern.

Konstruktiv mit Nicht-Wollen umgehen

Hat man diesen Mechanismus durchschaut, dann ist es sehr zeitsparend, nach fünf Minuten zu sagen: „Ich sehe, du willst mich nicht unterstützen. Ich glaube, wir können uns alle weiteren Debatten sparen.“ Diese Reaktion ist möglichweise sehr überraschend für den anderen, denn er fühlt sich meist so moralisch im Recht, dass er sich gar nicht eingesteht, dass er mich beherrschen will mit seinem Nicht-Wollen und so mein Wollen deshalb blockiert. Das wäre ja eine schlechte Eigenschaft, die er sich nicht eingesteht. Deshalb lebt er in seinen Gründen, warum das nicht gut ist. Er glaubt an sich, während er sagt: „Ich gönne dir das, ja, aber…“ Wenn ich jetzt mit einem Lächeln feststelle: „Ach, du willst mich gar nicht unterstützen, deshalb brauchen wir gar nicht weiter zu diskutieren!“, kürze ich die ganze Sache ab – oder sie nimmt jetzt eine überraschende Wende.

Es gibt einen sehr schönen Spruch: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“ Wer diesen Spruch behält, kann in vielen Erwachsenenkonflikten ein guter Ratgeber sein. Denn wer etwas will, findet immer einen Weg, entweder einen inneren oder einen äußeren. Und wer nicht will, findet immer Argumente, entweder äußere oder innere, um das eigene Nicht-Wollen zu realisieren.

Vgl. Vortrag „Macht in der zwischenmenschlichen Beziehung", Frage-Antwort-Teil Vortrag, 2010