Wille und Seinsebenen
Wie hängen Macht und Wille zusammen?
Inwiefern üben wir immer Macht aus bzw. äußern unseren Willen?
Wie äußern sich Willenshandlungen auf den unterschiedlichen Seinsebenen?
Machtausübung als Willensakt
Der Umgang mit Macht ist das wichtigste Thema der heutigen Zeit. Wir müssen begreifen: Die Ausübung von Macht ist immer eine Willensäußerung. Die Zukunft gehört denen, die bewussten Gebrauch von ihrem Willen machen lernen.
Man übt immer dann Macht aus, wenn man etwas erreichen oder erhalten will. Dazu gehört auch, dass man etwas nicht will. Manchmal strahlt man das nur nonverbal aus durch die Art, wie man auf etwas reagiert. Dadurch äußert man ebenfalls klar, was man will oder eben nicht. Zum Beispiel, dass man gerade nicht zuhören möchte. Wir können über alle Spielarten menschlicher Willensäußerung Macht ausüben. Ein Mensch, der meint, er hätte keine Macht, sagt damit im Grunde: „Ich habe keinen Willen.“
Jede Form von Willensäußerung ist ein Ausdruck unserer Macht. In welchem Kontext wir das erproben und einsetzen, hat mit dem Lebensalter und der Reife zu tun. Reife wiederum ist eine Sache der Selbsterkenntnis und Übung. Handhaben zu lernen, dass tatsächlich alle sich entwickeln können, egal, ob Opfer oder Täter, bedarf der Schulung.
In der sogenannten Trotz- oder Autonomiephase erlebt das Kind erstmals seine Macht „nein“ zu sagen. Ohne diese Erfahrung könnte es nie bewusst und voll verantwortlich zu etwas oder jemandem „ja“ sagen. Es braucht die Situationen, die seinen Willen herausfordern, um mit der eigenen Macht umgehen zu lernen. Das gilt für alle Altersstufen: ohne Herausforderungen keine Entwicklung.
Ebenen menschlicher Willensausübung
Um souveräner mit dem eigenen Willenspotential umzugehen, kann es eine Hilfe sein, sich die Willensäußerungen auf den unterschiedlichen Daseinsebenen des Menschen bewusstzumachen:
- Physische Ebene:
Wille, der Fakten schafft, kann unmittelbar etwas bewegen.
- Ätherische Ebene:
Wille, in der Zeit gesehen, resultiert in den biografischen Ereignissen.
- Astralische Ebene:
Wille, der Fakten schafft, kann unmittelbar etwas bewegen.
- Ich-Ebene:
Hier äußern wir unseren Willen Kraft unserer Ich-Persönlichkeit. Ob man sich als Täter oder als Opfer erlebt, entscheidet nicht die Tat, die man erleidet, sondern die Art, wie das Ich damit umgeht, welchen Standpunkt es einnimmt – den des Opfers oder den des Täters, der weiß, dass er IMMER Verantwortung trägt für sein Leben.
Vgl. Vortrag „Macht und Freiheit“ an der Waldorfschule Heidenheim 2011

