Ruf aus der Welt der Verstorbenen

Was verbindet die Welt der Lebenden mit der Welt der Toten?

Woran erkennen wir, dass uns etwas Geistiges – ein Engel oder ein Verstorbener – berührt?

Wie werden wir zu Mitarbeitern des Geistigen?

Verbundenheit von irdischem und ewigem Leben

Die Welt der Verstorbenen bildet mit der Welt der Lebenden eine Einheit, schließt sich mit ihr zusammen zu einer einheitlichen geistig-materiellen Welt. Das Leben hat die Eigenart, alles zu verbinden: die Gesetze der großen Welt mit den Gesetzen der kleinen Welt, das Ganze mit dem Teil. Alles, was lebt, steht mit allem in Wechselwirkung. Das Leben bildet immer eine Ganzheit, zu der auch das Sterben gehört.

Wenn das Leben unseren Leib verlässt, kehrt es zurück in die rein geistige Welt und wird dort für unser geistig-seelisches Wesen zum „ewige Leben“. In der geistigen Welt können wir uns nur über Gedanken, Gefühle, Intentionen – rein Seelisches – kundtun und, wie Rudolf Steiner es so wunderbar schildert, „in Licht und Wärme leben“. Über das Licht können uns Botschaften von Verstorbenen zukommen, sowie auch Engel und andere übersinnliche Wesen uns über Wahrnehmungen erreichen können. Dass uns ein Verstorbener berührt oder ein Engel uns etwas lehrt, merkten wir immer daran, dass wir plötzlich von einem Erlebnis besonders ergriffen sind.

Persönliches Berührtsein als Ruf von drüben

Ich werde nie vergessen, was ich in der Zeitung über einen amerikanischen Gynäkologen und Chef einer Abtreibungsklinik, der ungezählte Aborte vorgenommen hatte, las. Eines Tages sah er etwas, was er ungezählte Male gesehen hatte: einen kleinen zuckenden Embryo in der Petrischale, der gerade abgesaugt worden war. Und plötzlich wurde er davon berührt und wusste in diesem Moment: „Das war meine letzte Abtreibung. Jetzt kann ich es nicht mehr tun.“

Das sind die Momente, in denen man ganz sicher sein kann, dass man plötzlich sieht und nicht nur schaut, dass man plötzlich hinhört und nicht nur die Ohren irgendwie offen hat, dass man plötzlich bemerkt, was geschieht. Man fühlt sich

  • entweder im eigenen Willen intuitiv motiviert
  • oder im Gemüt, im Gefühl von einer Inspiration tief betroffen
  • oder von einem Gedanken imaginativ so sehr berührt,

dass man plötzlich produktiv wird und gewillt ist, an einer bestimmten Sache dranzubleiben, weil man merkt: „Jetzt bin ich nicht mehr allein! In dieser Angelegenheit werde ich von einem Verstorbenen oder von einem Engelwesen begleitet.“ Man fühlt sich erfüllt und stärker als sonst.

Solche Erlebnisse zeigen uns, dass wir auch im Leben immer von dieser unsichtbaren, rein geistigen Welt umgeben sind. Wenn unser normales Leben im Sinnlich-Faktischen laut und fordernd ist, achten wir meist nicht so recht auf diese Erfahrungen. Wenn man aber darauf zu achten beginnt, bemerkt man, dass es solche Momente viel öfter gibt, als man meint. Manchmal trifft und berührt einen jedoch auch ein bestimmtes Thema ganz unerwartet und auf sehr deutliche Art und Weise. Dann weiß man: „Jetzt bin ich gemeint, jetzt heißt es aufpassen!“ So werden wir teamfähig in Bezug auf die geistige Welt, werden im Denken, Fühlen und Wollen für sie erreichbar.

Vgl. Vortrag „Vom Zusammenwirken der Erzengel Michael und Raphael“ an der JK 2017