Wie man sich gegen Mobilfunkstrahlung schützen kann
Welche Schutzmöglichkeiten sind bekannt?
Welcher Schutz wird aus der anthroposophischen Menschenkunde ersichtlich?
Menschenkundliche Aspekte zum Schutz vor Mobilfunkstrahlung
Entsprechendes gilt für die anthroposophisch-menschenkundliche Betrachtungsweise, die zu den hilfreichen Leitlinie-Empfehlungen, wie man sich am besten vor den Strahlen schützen oder zumindest ihre Wirkdauer minimieren kann, noch zwei wesentliche zusätzliche Aspekte beiträgt. Wem sie einleuchten, der wird entsprechende Konsequenzen daraus ziehen – auch wenn noch keine Studien vorliegen, die einem die Notwendigkeit nahelegen, solche Konsequenzen zu ziehen.
- 1. Körpereigene und technisch erzeugte elektromagnetische Strahlung unterscheiden
Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen der oben genannten
schwach- und niederfrequenten körpereigenen elektromagnetischen Aktivität, deren Träger der Ätherleib ist,
und technisch erzeugter elektromagnetischer Strahlung.
Eine Mobilfunkübertragung basiert auf einer technisch perfekt erzeugten Schwingung, der kein Rhythmus eignet. Daher sind die abgestrahlten Frequenzen auch exakt identifizierbar zwischen Sender und Empfänger. Demgegenüber sind die elektrochemischen Zellpotenziale und deren Integrale von anpassungsfähiger, rhythmischer Natur. Aus dieser Einsicht leiten sich auch die Empfehlungen für Kinder und Erwachsene ab.1
Diese Einsicht macht aber auch verständlich – ganz unabhängig davon, wie das Für und Wider bei den wissenschaftlichen Studien aussieht – dass eine Wirkung vorhanden sein muss – vor allem auf das elektrochemisch besonders aktive Nervensystem und auf in Entwicklung begriffene Zellsysteme in Kindheit und Jugend. Wenn technisch erzeugte elektromagnetische Wellen (dazu gehören natürlich auch Radio und Fernsehen als klassische Sendestationen) mit Lebewesen interagieren, so hat dies eine Wirkung, auch wenn man sie nicht punktuell hier und jetzt dingfest machen kann.
Wer einmal Gelegenheit hatte in Funklöchern zu wandern oder gar einige Nächte zu verbringen, merkt unmittelbar, wie die Schlafqualität besser ist und man selbst weniger angespannt ist. Leider werden solche Regionen immer seltener, sodass es nicht mehr so einfach ist, diesbezüglich valide vergleichende Forschung zu betreiben.
- 2. Die Doppelnatur des Ätherischen erkennen und berücksichtigen
Der Ätherleib des Menschen dient zum einen dem Wachstum und der Regeneration des Organismus, d.h. dem Erhalt der Lebensfunktionen. Zum anderen dient er dem Denken, das sich auf jene ätherischen Kräfte stützen kann, die der Organismus nicht mehr für seine Wachstumstätigkeit braucht (vgl. Doppelnatur des Ätherischen: Wachstums- und Gedankenkraft). Wer sein Denken beobachtet, kann dessen außerkörperliche Über-Natur, seine Lichtnatur, unmittelbar erleben, wenn einem „ein Licht aufgeht“ oder „etwas einleuchtet“ (vgl. Denken: Denken als Brücke zwischen der Sinneswelt und der Welt des Geistigen). Die an die Elektrizität gebundene Lebenstätigkeit im physisch-irdischen Organismus erleben wir hingegen nicht bewusst und hell, sondern dunkel-unbewusst. Rudolf Steiner führt nun aus, dass so, wie wir denkend im Licht leben, unser Wille – unbewusst – mit den elektromagnetischen Erscheinungen verbunden und verwandt ist: „Wie das Gefühl zwischen Vorstellung und Wille liegt, so die äußere Wärme der Natur zwischen Licht und Schall auf der einen Seite und Elektrizität und Magnetismus auf der anderen Seite.“2
Heilsamer Umgang mit der eigenen ätherischen Natur
Diese beiden Gesichtspunkte können ebenfalls dadurch therapeutisch genutzt werden, dass man
zum einen seinem Tageslauf so weit wie möglich äußerlich und innerlich-meditativ eine rhythmische Struktur gibt. Es stärkt dies den ätherischen Organismus als Ganzes (vgl. Lebensrhythmen: Heilkraft der Rhythmen).
Sich zu verdeutlichen, wie wichtig ein gesundes Gefühlsleben ist, das die Balance zwischen Denken und Wollen schafft, ist das Zweite (vgl. Gefühle und Fühlen: Anregung der Gefühle durch Sinnesschulung).
Weder hitzige Sympathie noch kalte Antipathie vermögen diese Balance herzustellen. Die Pflege von Dankbarkeit und das Üben einer Liebesfähigkeit, die sich durch Hingabe anstelle von Aneignung ausdrückt (vgl. Partnerschaft und Ehe: Spielarten der Liebe in der Partnerschaft), erzeugen demgegenüber eine heilsame zusätzliche Wärme, in der die Ich-Organisation ihre regulierende Integrationsfunktion im Organismus besser wahrnehmen kann (vgl. Anthroposophische Menschenkunde: Begabungen der Ich-Organisation).
Darauf macht Rudolf Steiner in seinem letzten Leitsatzbrief „Von der Natur zur Unter-Natur“ aufmerksam, indem er sinngemäß sagt: Der Mensch müsse die Stärke, die innere Erkenntniskraft, finden, um von Ahriman in der technischen Kultur nicht überwältigt zu werden (vgl. Das Böse - Widersachermächte: Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman). Die Unter-Natur müsse als solche begriffen werden. Das gelänge nur, wenn der Mensch in der geistigen Erkenntnis mindestens so weit zur außerirdischen Über-Natur hinaufsteigt, wie er in der Technik in die Unter-Natur hinuntergestiegen ist (vgl. Die neun Erdschichten: Über- und Unternatur des Menschen).3
Vgl. Menschenkundliche Gesichtspunkte zu Mobilfunkstrahlung und WLAN, die Drei 4/2019
- Vgl. das Kapitel Mobilfunk und Elektrosmog in Michaela Glöckler, Wolfgang Goebel & Karin Michael Kindersprechstunde, Stuttgart 2021.
- Rudolf Steiner, Erster naturwissenschaftlicher Kurs, GA 320, S. 175.
- Rudolf Steiner, Anthroposophische Leitsätze (GA 26), Dornach 1998, S. 255ff: Ahriman wird von Rudolf Steiner als inspirierender Geist der technischen Entwicklung geschildert, als seelenlose, kalte, unendlich kluge Intelligenzform.

