Die Verbindung des Christus mit Mensch und Erde

Inwiefern ist Christus zum „Herrn des Karmas“ geworden?

Was geschah bei der Jesus-Taufe und der Auferstehung des Christus?

Was sagt Rudolf Steiner über dieses Geschehen?

Was bei der Taufe geschah

In seinen Vorträgen zu den Evangelien und über das Schicksal des Menschen1 führt Rudolf Steiner aus, wie der Christus sich mit dem Menschenschicksal auf der Erde verbunden hat und infolge seines Todes auf Golgatha zum Herrn des Karmas, d.h. des Schicksals auf der Erde, geworden sei. Durch die Jordantaufe wurde der Gottessohn zum „Sohn des Menschen“. Als solcher bezeichnet sich der Getaufte danach den Jüngern gegenüber wiederholt selbst.

Der Evangelist Johannes beschreibt den Vorgang der Taufe so, dass Johannes der Täufer selber geschaut hat, wie sich der Geist Gottes auf Jesus niedersenkte.2 Lukas schreibt, wie Jesus bei seiner Taufe betet und sich während des Gebetes der Himmel öffnet: „Der Heilige Geist kam herab in leiblicher Gestalt wie eine Taube und eine Stimme wurde laut aus den Himmelshöhen: Du bist mein geliebter Sohn – an ihm habe ich Wohlgefallen“. Das griechische Wort dafür heißt „Eudokia“ und bedeutet neben Wohlgefallen auch Wille, Beschluss, Wunsch.

Entsprechend betont der Christus dann auch vielfach im Rahmen seiner Lehre in den Jahren zwischen der Jordantaufe und dem Tod auf Golgatha, dass er von sich selber aus nichts tun, sondern den Willen des Vaters, der ihn gesandt hat, erfüllen möchte. Und dass es der Vater sei, der ihm alle Krisis-Entscheidungen auf der Erde und damit das „Richteramt“ übergeben habe.

Bei Matthäus widersetzt sich zunächst Johannes der Täufer dem Wunsch von Jesus, ihn zu taufen, und erbittet vielmehr, von ihm getauft zu werden. Erst als dieser sagt, dass es darum gehe, „alle Gerechtigkeit (dikaiosyne) zu erfüllen“, vollzieht er die Taufe. Als der Geist Gottes auf ihn herabkommt, ertönt die Stimme aus den Höhen: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“3 Ebenso heißt es bei Markus, dass dies der Sohn sei, den der Vater liebe und an dem er Wohlgefallen habe.4

Substantielle Verbindung des Christus mit der Erde und den Menschen

Die Verbindung des Christus mit der Erde und ihrem Schicksal vollendet sich mit dem Tod auf Golgatha. Rudolf Steiner schildert den Prozess der Grablegung und Auferstehung in seinen „Vorträgen über das Johannesevangelium“5 und „Von Jesus zu Christus“6so, dass sich die während des Christus-Lebens auf der Erde verwandelte, transsubstantiierte Substanz des physischen Jesus-Leibes in der Erde auflöste als ein Ferment für ihre weitere Entwicklung. Seither trägt jeder Mensch feinste Spuren, nur wenige „Atome“, von dieser durchgeistigten Erdensubstanz in seinem physischen Leib, als Keimkraft für Verwandlung und Weiterentwicklung.

Der Leib, in dem der Auferstandene den Jüngern erscheint und auch dem Paulus vor Damaskus und anderen, ist die geistige Kraftgestalt, durch die der physische Erdenleib des Jesus verwandelt wurde. Es handelt sich dabei um eine salzähnliche Substanzialität, die sich leicht in Wasser löst, und so über den Wasserkreislauf der ganzen Erde mitteilt. Da dieser „lösliche Leib“ infolge eines Erdbebens und Unwetters von der Erde aufgenommen worden war, findet man am Ostersonntag nur noch die Tücher im Grab.

Vgl. „Christus – und das Schicksal der Menschen“, Vortrag gehalten Oktober 2023 in Mannheim

  1. Rudolf Steiner, Offenbarungen des Karma, GA 120.
  2. Neues Testament, Joh. 1, 34.
  3. Neues Testament, Matth. 3, 14-17.
  4. Neues Testament, Markus 1, 11.
  5. Rudolf Steiner, Das Johannes-Evangelium, GA 103.
  6. Rudolf Steiner, Von Jesus zu Christus, GA 131.