Das Heilmittel Skleron/Scleron gegen Arteriosklerose
Woraus setzt sich dieses Heilmittel zusammen?
Wie wirken seine einzelnen Bestandteile?
Wie hängen unsere Gestalt und unsere Organe mit dem Tierkreis und den Planeten zusammen?
Rudolf Steiner zur Komposition von Skleron
Die Komposition dieses Arzneimittels besteht aus potenziertem (D 12) metallischem Blei, Honig und Zucker. Alle drei Substanzen haben eine direkte Beziehung zur Ich-Organisation: „Blei wirkt wie die Ich-Organisation, nicht wie der Astralleib, abbauend. Der Honig überträgt die abbauende Wirkung des Astralleibes auf die Ich-Organisation. Und der Zucker versetzt die Ich-Organisation in die Lage, ihre spezifische Aufgabe zu erfüllen.“1
In einem Vortrag vom 16. November 19232geht Steiner ausführlich auf das Skleron und seine drei Bestandteile ein.
- 1. Blei
„Was in uns – wenn ich mich jetzt psychologisch ausdrücken darf –, aus der Wahrnehmung die Vorstellung macht mit Hilfe der menschlichen Organisation, das ist ein Vorgang im Inneren der Nerven-Sinnesorganisation, der jenen Vorgängen entspricht, die wir draußen im Blei finden. Daher können wir sagen: Wenn das, was durch das Auge in der Wahrnehmung aufgefaßt wird, nun weiter zurückgeht in das Nerven-Sinnessystem, dann muß ihm entgegenkommen ein Prozeß, der gleich ist dem Bleiprozeß. Nur dadurch kann der Mensch das, was er wahrnimmt, auch denken. Dadurch wird das Gehirn ein Denkorgan; sonst würde es auch ein Wahrnehmungsorgan sein. Auf diese Weise wird der Mensch verselbständigt.
Damit habe ich hingedeutet auf etwas, was in der Kopforganisation charakteristisch ist. Ich sagte also: dasselbe, was sich draußen im Bleiprozeß abspielt, müsse sich in der Kopforganisation abspielen, damit der Denkprozeß im Menschen zustande kommen kann.
Nehmen wir nun einmal die Bleifunktion und bringen wir sie nun nicht in die Nervenorganisation – wenn der Mensch geboren wird, ist das Blei von der Natur selber da, ist die Bleifunktion da, ohne daß die Substanz des Bleies nachgewiesen werden kann –, sondern bringen wir die Bleifunktion jetzt in die Verdauungsorganisation und in das Weitere hinein; dafür sorgt schon das Leben, zum Beispiel manchmal bei den Bleivergiftungen. Wenn Sie nun beobachten in allen Erscheinungen, was das Blei im Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen bewirkt, so bekommen Sie ein Bild, das sich zwar in verschiedenen einzelnen Symptomen darstellt, das aber eigentlich doch am charakteristischsten zusammengefaßt wird etwa in dem Symptomkomplex von Dementia senilis oder der Arteriosclerosis cerebralis: Sie bekommen dann das Bild des im Alter zerfallenden menschlichen Organismus. Das heißt mit anderen Worten: Wenn ich denselben Prozeß, der mir im Gehirn meine Selbständigkeit als organisches Wesen sichert, auf den anderen Pol des Menschen in Anwendung bringe, auf das Verdauungssystem und auf das damit im Zusammenhange stehende Gliedmaßensystem, dann bekomme ich ein Krankheitsbild; was also im Stoffwechsel-Gliedmaßensystem ein Krankheitsprozeß ist, das ist für den Nerven-Sinnesmenschen eine notwendige organische Funktion. Wenn ich also die Sklerose als ein langsames Sterben auffasse, so muß ich auch sagen: in einer gewissen abgeschwächten Form muß sie fortwährend im Haupte des Menschen funktionieren, dort ist sie der normale Zustand.
So also sind die drei Glieder der menschlichen Wesenheit voneinander verschieden: was in dem einen Glied, in der Nerven-Sinnesorganisation, der normale Zustand ist, das ist in dem anderen Gliede des menschlichen Organismus eine Krankheitserscheinung. Aber ich habe schon gestern gesagt: Wie müssen wir uns nun zur Therapie stellen?
Wir müssen das, was den Krankheitsprozeß ausmacht, und was astralischer Leib und Ich-Organisation versorgen müssen, wenn eben der Krankheitsprozeß ungestört wuchern kann, das müssen wir dem astralischen Leibe und der Ich-Organisation abnehmen. Was müssen wir also tun, wenn wir die Sklerose haben? Wir müssen uns ihr so nähern, daß wir dem menschlichen astralischen Leibe für das Verdauungs-Gliedmaßensystem das abnehmen, was er mit dem alternden, zerfallenden, sklerotisch werdenden Leibe zu tun hat. Und das können wir, wenn wir es dem Blei übergeben, dem Blei in einer gewissen Dosierung. Und dies hat dazu geführt, daß wir zu einem solchen Heilmittel gekommen sind, wie Sie es in unserem Verzeichnis als Heilmittel Nummer I angeführt finden, als das Heilmittel gegen Arteriosklerose. Es ist also von vornherein durch wirkliche Menschenerkenntnis klar, daß man durch die in entsprechender Weise in den Menschen hineingebrachte Bleifunktion substantiell der Sklerose beikommen kann; nur muß man jetzt das Blei zur Wirksamkeit bringen. Es ist nicht ohne weiteres gesagt, daß ich das Blei, wenn ich es in den Organismus eingeführt habe, damit auch wirklich zur Wirksamkeit gebracht habe. Da helfen einem dann die weiteren Glieder einer wirklichen Menschenerkenntnis.
Da hilft es einem dann, daß man im menschlichen Organismus unterscheiden kann die aufbauenden und die abbauenden Kräfte. Die letzteren sind zum Beispiel gerade in der Sklerose tätig, wo der menschliche Organismus zerfällt. Im Haupte, im Gehirn zerfällt fortwährend der menschliche Organismus, denn das Gehirn ist immerfort von einer leisen Sklerose erfüllt; das liegt in seiner Organisation. […]
- 2. Honig
Wir brauchen auch noch, wenn wir uralt geworden sind, plastisch wirkende Kräfte, Bildekräfte, die die Nahrung, die wir aufnehmen, überführen in die Formen des Organismus. Nun stellt sich heraus: Daß nichts mehr fördert diese plastisch wirkenden, diese Bildekräfte, daß nichts mehr fördert die Anähnlichung der aufgenommenen Stoffe an den menschlichen Organismus als ein oftmals recht schwacher Honiggenuß. Honig wirkt in der Tat auf den altgewordenen Menschen im Stoffwechsel-Gliedmaßenorganismus ganz ähnlich, wie für den Gehirnorganismus des Kindes – und besonders des Kindes – die Milch wirkt. Das weist uns darauf hin, daß im Honig eben besondere Bildekräfte sind, die wir nicht dadurch auffinden, daß wir den Honig einfach chemisch analysieren, sondern die wir nur finden, wenn wir tatsächlich in aller Lebendigkeit die Beziehungen erkennen, die der Mensch hat zu den übrigen Substanzen im Weltall. Und diese Bildefähigkeit des Honigs – denn für eine genauere Interpretation stellt sich heraus, daß der Honig den menschlichen Organismus so ergreift, daß vorzugsweise der astralische Leib seine Bildekräfte ausüben kann […].
- 3. Zucker
[…] diese Wirkungen des Honigs kann man dann unterstützen durch einen Zusatz von Zucker, vorausgesetzt, daß der menschliche Organismus das sonst verträgt.
Daher finden Sie, daß – in einer besonderen Weise ineinandergefügt, funktional ineinandergefügt – unser erstes Heilmittel gegen Sklerose ein Präparat darstellt aus Blei, Honig und Zucker. […] Dieses Präparat ist also so hergestellt, daß es, wenn es in den menschlichen Organismus eingeführt wird, dort übernimmt die sklerotisierenden Kräfte. Es nimmt die sklerotisierenden Kräfte dem astralischen Leib und der Ich-Organisation des Menschen ab; die werden dadurch wieder frei und können nun für die normale, gesunde Organisation des Menschen wirken. Was ich aber mit diesem Präparat in den menschlichen Organismus einführe, das ist das, was früher Ich und astralischer Leib tun mußten, die daher nicht frei waren und ihre Funktionen ableiteten auf den Krankheitsvorgang. Jetzt übergebe ich den Krankheitsvorgang meinem Präparat. Das besonders Wirksame ist dabei das Blei; es übernimmt die Sklerotisierung, denn es ist ja seine eigene Natur, sklerotisierend zu wirken. Aber ich muß erst die Wege suchen durch die Plastik des Organismus hindurch, durch die ich das Blei dahin bringe, wo es nötig ist: das geschieht durch die Zusammensetzung mit Honig und Zucker.“3
Wirkung von Blei und Honig auf das Gedächtnis
Das Blei in mittlerer Potenz hat einen direkten Bezug zum rhythmischen System und damit auch zu den Blutgefäßen. Es unterstützt die Abbauwirkung der Ich-Organisation (vgl. Anthroposophische Heilmittel: Metalle in Stoffwechsel und Therapie).
Honig besteht je nach Pflanzenart aus verschiedenen meist einfachen Zuckern wie Glukose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker), aber auch Zweifachzuckern wie Sacharose (Haushaltszucker) und Maltose (Malzzucker) und anderen Mehrfachzuckern. Außerdem enthält er Pollen, Enzyme und freie Aminosäuren. Daher wird er langsamer und auf verschiedenen Stoffwechselwegen verdaut, und er hat eine Brückenfunktion zwischen der ätherischen, astralischen und Ich-Organisation und kann dadurch den Astralleib von seiner abbauenden Wirkung entlasten und diese an die Ich-Organisation abgeben.4
„Bei der Sklerose wird die Ich-Organisation zu schwach; sie baut selber nicht genügend ab. Deshalb tritt Abbau allein durch den Astralleib ein. Es fallen die Abbauprodukte aus dem Organismus heraus und liefern Verstärkungen derjenigen Organe, die in Salzsubstanzen bestehen. Blei in gehöriger Dosierung nimmt den Abbau wieder in die Ich-Organisation zurück. Die Abbauprodukte bleiben nicht als Verhärtungen im Körper, sondern werden ausgestoßen. Alle Heilung der Sklerose kann nur darin bestehen, dass man den salzbildenden Prozessen, die sonst im Körper bleiben, den Weg nach außen öffnet.“5
Damit ist auch deutlich, dass es sich bei dieser Skleroseform offensichtlich um den dementiellen Formenkreis handelt, deren Anfangszustände „sich darin äußern, dass die Schlagkraft des Denkens und die exakte Herrschaft über das Gedächtnis aufhören.“6
Wichtig ist aber auch zu beachten, dass das Mittel der jeweiligen Situation angemessen dosiert werden muss. Denn die Ich-Organisation kann in ihrer Wirkung durch das Präparat verstärkt werden und damit ‚hypertrophieren‘, wodurch ihre abbauende Wirkung zu stark wird und durch den nachfolgenden Aufbau nicht genügend kompensiert werden kann.
Vgl. Einleitung zu Band 15, Schriften zur Anthroposophischen Medizin, Kritische Edition der Schriften Rudolf Steiners“, frommann-holzboog Verlag, Stuttgart 20257
- Rudolf Steiner, Ita Wegman, Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst, GA 27, S. 116.
- Rudolf Steiner, Anthroposophische Menschenerkenntnis und Medizin, GA 319, 114–118.
- Ebenda.
- Im Unterschied zur allgegenwärtigen Glukose im Stoffwechsel, hat die Fruktose bei den höheren Organismen und dem Menschen mehr spezifische Aufgaben, wodurch sie im Organismus im sogenannten Pentosephosphatweg (Pentosephosphatzyklus) aus Glukose hergestellt wird – und zwar insbesondere in der Leber, im Fettgewebe, den Milchdrüsen und den Nebennieren. Die dabei entstehenden Zuckerphosphate sind Vorstufen wichtiger Biomoleküle, wie den Ribosezuckern in den Nukleinsäuren des Erbguts (DNA/RNA), sowie der Energieüberträger ATP, NAD+ , FAD und CoA. Mehrere Studien, u. a. eine Studie vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung, belegen einen Zusammenhang zwischen vermehrter Fruktoseaufnahme und Adipositas. Fruktose steigert nicht nur die Lipogenese, sondern führt auch zu einem gesteigerten Hungergefühl, da kein Insulin ausgeschüttet wird, welches auch ein Sättigungshormon ist. Zudem führt eine fruktosereiche Ernährung zu einem Anstieg der Plasmalipide und zur Insulinresistenz. Fruktose wirkt also dauerhaft diabetogen und das stärker als Glukose. Insgesamt steigert Fruktose also die Inzidenz für das Auftreten eines metabolischen Syndroms, welches als das gemeinsame Auftreten von Adipositas, Dyslipoproteinämie, gestörter Glukosetoleranz und arterieller Hypertonie definiert ist. Andere Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen Fruktoseaufnahme und nicht-alkoholischer Fettleber (Steatosis hepatis) auf, welche eine Vorstufe der Leberzirrhose ist. Auch das Risiko für Gicht wird vor allem durch mit Fruktose gesüßte Softdrinks stark erhöht, wie prospektive Studien mit mehreren tausend Patienten belegen.
Ursache ist der Verbrauch von ATP beim Abbau von Fruktose. Es fällt IMP an, das über den Purinabbau die Konzentration der Harnsäure ansteigen lässt. Neusten Studien zu Folge steigt selbst das Risiko von Krebserkrankungen wie zum Beispiel des Pankreas-Karzinoms durch eine fruktoselastige Diät. Fruktose trägt zur Synthese von Nukleinsäuren bei, was die Proliferation von Krebszellen begünstigt. Aus diesen Gründen empfiehlt die Food and Agriculture Organization of the United States die tägliche Aufnahme an freien Zuckern wie Fruktose auf weniger als 10 % der Gesamtenergiemenge zu reduzieren.
Vgl. www.lecturio.de/artikel/medizin/fructosestoff-wechsel/; [6.1.2025]. - Siehe FN 1, S. 115f.
- Ebenda, S. 116.
- In Band 15 der SKA findet sich auch das umfangreiche Literatur- und Referenzverzeichnis. Wer den Inhalt weiter vertiefen möchte, kann sich dort darüber informieren.

