Metalle in Stoffwechsel und Therapie
Welchen inneren Bezug haben die Metalle zum Menschen?
Welche Rolle spielen sie beim menschlichen Stoffwechsel?
Worauf kommt es der Anthroposophischen Metalltherapie an?
Die Bedeutung der Metalle für den Organismus
Ganz allgemein gilt, dass die Metalle Blei, Zinn, Eisen, Gold, Kupfer, Quecksilber und Silber in potenzierter Form in der anthroposophischen Therapierichtung eine zentrale Stellung einnehmen. Die Namen der Metalle haben in vielen Sprachen zudem einen engen Bezug zu den Planeten. Gemäß Rudolf Steiners geisteswissenschaftlicher Forschung hat die Entstehung der Metalle im Weltall und ihre Beziehung zu den Planeten und der Erde eine gemeinsame Geschichte mit der Entwicklung des Menschen im Verlaufe der Evolution.1 So hat eine frühere Anschauung das Skelett und die Milz dem Saturn/Blei zugeordnet:
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das Skelett als Organ der Mineralisierung
die Milz ein immunologisch und damit für die ,Grenzbildung‘ wichtiges Organ, in dem die abbaufähigen Erythrozyten erkannt in den hepatolienalen Kreislauf eingespeist werden.
Metalle im Menschen
Im Folgenden möchte ich näher auf das Vorkommen der Metalle im Menschen und ihre Wirkung auf den menschlichen Stoffwechsel eingehen.
- Eisen
Eisen ist ein zentral wichtiges Spurenelement, von dem etwa 2 bis 4 g im menschlichen Organismus nachweisbar sind – zwei Drittel davon sind im Blut an den roten Farbstoff Hämoglobin gebunden, etwa ein Drittel in Leber, Milz, Darmschleimhaut und Knochenmark gespeichert.
- Kupfer
Der Kupfergehalt im menschlichen Organismus beträgt etwa 0, 3 g und findet sich in vielen lebenswichtigen Enzymen, wie z.B. im Plasmaprotein Coeruloplasmin oder in Gestalt der kupferabhängigen Cytochromoxidase, die bei der zellulären Sauerstoffverwertung eine entscheidende Rolle spielt. Andere Enzyme helfen bei der Vernetzung bindegewebiger Strukturen oder bei der Entgiftung freier Radikale.
- Zinn
Ob Zinn zu den essenziellen Spurenelementen zählt, ist noch umstritten – es wird in der Liste der möglichen Spurenelemente aufgeführt und die WHO empfiehlt eine Aufnahme von 2 mg pro Tag. Einigermaßen gesichert ist die Beteiligung von Zinn-Ionen an der Bildung von Gastrin, einem die Magentätigkeit (Pepsinogenausschüttung, Aktivität der Muskulatur der Magenwand) beeinflussenden Dünndarm-Hormon.
- Gold
Spuren von Gold gehen im Körper keinerlei Verbindungen ein und sind unschädlich.
- Quecksilber, Silber und Blei
Quecksilber, Silber und Blei hingegen gelten als Gifte, auch wenn Spuren umweltbedingt über Wasser und Nahrung vom Organismus aufgenommen, abgelagert und ausgeschieden werden können.
Blei in der Anthroposophischen Metalltherapie
Auch aufgrund ihrer evolutionären Beziehung zum Menschen haben die Metalle eine wichtige Stellung in der Therapie.2 In der Anthroposophischen Metalltherapie kommt es primär auf die Prozesswirkung der Metalle an zur Anregung der zugehörigen Organtätigkeiten oder aber, wie beim Blei, auf den Prozess der Überwindung des Bleiprozesses im menschlichen Organismus.
Stofflich aufgenommen wäre Blei ein Gift, in feiner homöopathischer Dosierung hingegen regt es den Organismus an, den sklerotisierenden Bleiprozess zu überwinden. Das Blei bildet im periodischen System der Elemente den Abschluss, bevor dann die folgenden Elemente solche sind, die radioaktive Zerfallserscheinungen zeigen. In Blei kommt das Substanzwirken so gesehen an ein Ende, es entspricht dem Todesprozess, den die Ich-Organisation braucht, damit die Substanzen nach dem Durchgang durch den mineralischen Nullpunkt in den Lebens- und Arbeitszusammenhang des von der Ich-Organisation beherrschten Organismus aufgenommen werden können
Vgl. Einleitung zu Band 15, Schriften zur Anthroposophischen Medizin, Kritische Edition der Schriften Rudolf Steiners“, frommann-holzboog Verlag, Stuttgart 20253
- Vgl. Rudolf Steiner, Der übersinnliche Mensch, anthroposophisch erfaßt, GA 231; Eine okkulte Physiologie, GA 128.
- Ebenda.
- In Band 15 der SKA findet sich auch das umfangreiche Literatur- und Referenzverzeichnis. Wer den Inhalt weiter vertiefen möchte, kann sich dort darüber informieren.

