Beziehung des Menschen zum Kosmos
In welcher Form zeigt sich die Beziehung des Menschen zum Kosmos?
Welchen Körperteilen und Organen lassen sich die Tierkreiszeichen und Planeten zuordnen?
Welche Biorhythmen verdanken wir den Planeten?
Menschengestalt und Tierkreis
Die Gestalt des ‚Mikrokosmos Mensch‘ ist nach traditioneller astrologischer Vorstellung ein Abbild der Formkräfte des kosmischen Tierkreises, wie es Abbildungen bis ins Spätmittelalter zeigen. So können die einzelnen Tierkreiszeichen bestimmten Körperteilen zugeordnet werden:
- Haupt/Widder;
- Kehlkopf/Stier;
- Arme und Hände/Zwillinge;
- Brustkorb/Krebs;
- Herz/Löwe;
- Bauchorgane/Jungfrau;
- Hüften/Waage;
- Fortpflanzungsorgane/Skorpion;
- Oberschenkel/Schütze;
- Knie/Steinbock;
- Waden/Wassermann;
- Füße/Fische.
Innere Organe und Planetenrhythmen
Die inneren Organe hängen in der traditionellen Astrologie zudem mit den Kräften und Rhythmen der Planeten1 zusammen. Die Sonne und ihre Planeten bilden ein System von Biorhythmen, die sich auf alles Leben – und somit auch auf den Menschen - auswirken (vgl. Lebensrhythmen: Vom Umgang mit Lebensrhythmen gestern und heute). Wir kennen diese Biorhythmen auch als ‚innere Uhr‘. Ein führender Forscher und Pionier auf diesem Gebiet war der Physiologe Gunther Hildebrandt (1924–1999).2
Wie Rudolf Steiner und Ita Wegman im Kapitel III von „Grundlegendes für eine Erneuerung der Heilkunst“3 ergänzen: Ohne die das Sonnenlicht nicht nur reflektierenden, sondern auch modifizierenden Himmelskörper mit den ihnen eigenen Rhythmen, wäre die Vielfalt des Lebens auf der Erde nicht möglich.
Den Planeten sind in den meisten indogermanischen Sprachen auch die Wochentage zugeordnet (vgl. Lebensrhythmen: Der Wochenrhythmus):
- Sonntag ist der Sonne zugeordnet,
- Montag dem Mond,
- Dienstag ist nach dem Mars benannt,
- Mittwoch nach dem Merkur,
- Donnerstag nach dem Jupiter,
- Freitag nach der Venus,
- Samstag, engl. Saturday, wird nach dem Saturn benannt.
Diese Zusammenhänge erläutert Rudolf Steiner in vielen Vorträgen, begründet sie neu und macht sie im Sinne der anthroposophischen Geisteswissenschaft gedanklich nachvollziehbar. Sie durchziehen nicht nur das genannte Grundlagenwerk, sondern auch sein Vortragswerk zur Medizin.4
Vgl. Einleitung zu Band 15, Schriften zur Anthroposophischen Medizin, Kritische Edition der Schriften Rudolf Steiners“, frommann-holzboog Verlag, Stuttgart 20255
- Vgl. z. B. Rudolf Steiner, Eine okkulte Physiologie, GA 128, 78f.
- Hildebrandt habilitierte sich 1959 – Anregungen Rudolf Steiners aufgreifend (vgl. GA 107) – über Die rhythmische Funktionsordnung von Puls und Atmung für das Fach Humanphysiologie und Balneologie und leitete 1959 bis 1964 die Balneologische Forschungsstelle Bad Orb, bevor er Direktor des neu gegründeten Instituts für Arbeitsphysiologie und Rehabilitationsforschung an der Universität Marburg wurde. Gemeinsam mit dem Ordinarius Herbert Hensel (1920–1983) baute er in Marburg den Sonderforschungsbereich Adaptation und Rehabilitation auf und war von 1967 bis 1969 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Gründungspräsident der Europäischen Gesellschaft für Chronobiologie (1985–1987). Hildebrandt war Ehrenmitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählten die Chronobiologie und Chronomedizin. Zudem schlug er eine ‚therapeutische Physiologie‘ vor, die im Unterschied zur Pathophysiologie Prozesse beschreibt, die zur Gesundung, zur Hygiogenese, führen.
- Rudolf Steiner, Ita Wegman, Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst, GA 27, Kap. III.
- Vgl. Rudolf Steiner, Der übersinnliche Mensch, anthroposophisch erfaßt, GA 231; Geisteswissenschaft und Medizin, GA 312; vgl. auch Sommer (2018).
- In Band 15 der SKA findet sich auch das umfangreiche Literatur- und Referenzverzeichnis. Wer den Inhalt weiter vertiefen möchte, kann sich dort darüber informieren.

